Die Dülkener Narrenmühle

Im Leben der Narrenakademie spielte die Mühle immer eine besondere Rolle. Die älteste Bildquelle, das Siegel der Akademie auf der Landkarte von 1779, zeigt eine Mühle. Auf dem zwischen 1799 – 1805 zu datierenden Doktordiplom nimmt sie die Bildmitte der Vignette ein. Vor ihr spielt sich die Promotionshandlung ab. 1824 wurde das 30. Jubiläumsjahr der Aufrichtung der akademischen Mühle gefeiert. Eine Mühle finden wir unter den Symbolen der Berittenen Akademie, der höchste Orden stellt sie dar (Mühlenorden) und in einem Lied wird sie besungen. Die Mühle galt als Versammlungsort der Akademiker. In Dülken diente dazu die Tränkenmühle im Norden der Stadt auf dem Mühlenberg. Sie brannte 1880 ab. Der Düsseldorfer Kunstmaler Hans Deiters setzte ihr mit einem 1892 für die Kegelbahn der Gesellschaft „Eintracht“ entworfenen, ca. 8 m breiten Bild ein Denkmal. Dargestellt ist „Der letzte Ritt um die Mühle“. Einen besonderen Reiz erhält es, weil viele der Abgebildeten bekannte Persönlichkeiten Dülkens zu Ende des 19. Jahrhunderts, der Entstehungszeit des Bildes, waren. Das Bild war so populär, daß es 1923 als Motiv für die Rückseite der Dülkener Notgeldscheine verwandt wurde.

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